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Wenn andere keine Worte finden
Vielleicht hast du es schon erlebt: Jemand sagt etwas, das dich nicht trifft, sondern verletzt. „Das wird schon wieder.“ „Sei froh, dass du noch andere hast.“ „Du musst jetzt nach vorne schauen.“ Und manche sagen gar nichts mehr – sie wechseln die Straßenseite, melden sich nicht, weichen dir aus.
Das tut weh. Gerade jetzt, wo du Nähe so dringend bräuchtest.
Und doch ist es selten Lieblosigkeit. Die meisten Menschen ziehen sich nicht zurück, weil ihnen dein Verlust gleichgültig wäre, sondern weil sie hilflos sind. Sie fürchten, etwas Falsches zu sagen, dich an deine Tränen zu erinnern, dich zu stören. Aus dieser Angst entsteht Schweigen – oder eine Floskel, die nur die eigene Unsicherheit überdecken soll.
Es hilft, das zu wissen. Nicht, damit du alles entschuldigen musst, sondern damit es dich weniger einsam macht. Hinter manchem unbeholfenen Wort steckt jemand, der dich eigentlich nicht allein lassen will und nur nicht weiß, wie.
Du darfst sagen, was du brauchst. Das ist keine Zumutung, sondern ein Geschenk – denn die meisten warten geradezu darauf, dass du ihnen einen Weg zeigst. „Du musst nichts sagen, bleib einfach da.“ „Mir hilft es, wenn wir über ihn reden.“ „Heute geht es nicht, aber ruf mich morgen an.“ So einfach dürfen deine Worte sein.
Und du darfst dich auch fernhalten von Menschen, die dir nicht guttun. Du schuldest niemandem, dass du seine Hilflosigkeit trägst. Such dir die wenigen, bei denen du einfach sein darfst – auch still, auch weinend. Mehr brauchst du nicht.
Angel Reminder