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„Wandrers Nachtlied“
Es gibt einen Frieden, der sich erst ganz am Ende zeigt. Goethe hat ihn in wenige Zeilen gelegt: über den Gipfeln liegt Ruh, in den Wipfeln kaum ein Hauch, die Vögel schweigen.
Wenn du gerade einen geliebten Menschen verloren hast, klingt das Wort „Ruh“ vielleicht schwer – und doch darf es auch tröstlich sein. Es ist die Stille, in der nichts mehr getragen werden muss.
Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
Johann Wolfgang von Goethe, „Wandrers Nachtlied“ („Ein Gleiches“) – gemeinfrei.
Vielleicht darfst du diese Stille für einen Augenblick auch für dich annehmen. Nicht als Abschied, sondern als ein leises Innehalten.
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