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Wenn Schuldgefühle kommen
„Hätte ich nur früher angerufen.“ „Hätte ich nur genauer hingesehen.“ „Warum war ich in dem Moment nicht da?“
Wenn solche Gedanken dich quälen, bist du nicht allein damit. Schuldgefühle gehören für viele Menschen zur Trauer dazu. Sie sind verständlich – und doch sind sie oft ein schwerer, ungerechter Begleiter.
Schuldgefühl ist nicht dasselbe wie Schuld
Unser Verstand sucht nach einem „Wenn ich nur…“, weil er das Geschehene rückgängig machen will. Das ist ein Versuch der Liebe, kein Beweis. Dass du dich schuldig fühlst, heißt nicht, dass du schuldig bist.
Du hast getan, was dir in deiner Lage möglich war – mit dem Wissen, das du damals hattest, nicht mit dem Wissen von heute. Niemand kann in die Zukunft sehen. Auch du nicht.
Sanft mit dir bleiben
Versuch, mit dir selbst so zu sprechen, wie du mit einem guten Freund sprechen würdest, der sich dieselben Vorwürfe macht. Du würdest ihm nicht hart begegnen. Du würdest sagen: Du hast geliebt. Das war genug.
Es kann helfen, diese Gedanken auszusprechen – bei einem Menschen, dem du vertraust, statt sie nur in dir kreisen zu lassen.
Wenn die Last bleibt
Manchmal werden Schuldgefühle nicht leiser, sondern legen sich wie ein Gewicht über alles. Dann ist es vollkommen in Ordnung, sich Hilfe zu holen – bei einer Seelsorge, einer Trauerbegleitung oder einer Therapeutin. Das ist kein Versagen. Das ist Fürsorge für dich selbst.
Angel Reminder