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Passwörter vererben: So gibst du Zugangsdaten sicher weiter

Lesezeit ca. 6 Min. · Für Vorsorgende

Passwörter zu vererben bedeutet, deine digitalen Zugangsdaten so vorzubereiten, dass deine Familie im Ernstfall an wichtige Konten gelangt – ohne dass die Passwörter zu Lebzeiten ungeschützt herumliegen. Der sichere Weg führt über verschlüsselte Hinterlegung oder einen versiegelten Ort, nicht über Klartext.

Kurz gesagt: So gibst du Passwörter sicher weiter, ohne sie zu gefährden.

Wie kann ich meine Passwörter für meine Familie hinterlassen?

Es gibt drei bewährte Wege. Welcher passt, hängt davon ab, wie viele Konten du hast und wie technikaffin deine Vertrauensperson ist.

1. Passwortmanager mit Notfallzugang

Die meisten Passwortmanager (z. B. mit „Notfallkontakt"-Funktion) erlauben es, einer Vertrauensperson Zugriff zu gewähren – aber erst nach einer Wartefrist, in der du den Zugriff noch ablehnen könntest. Vorteil: Die Daten liegen verschlüsselt, bleiben automatisch aktuell und du musst keine Liste pflegen.

2. Versiegelter Brief im Tresor oder Schließfach

Schreibe die wichtigsten Zugangsdaten auf, versiegle sie in einem Umschlag und bewahre ihn an einem geschützten Ort auf – einem Tresor zu Hause oder einem Bankschließfach. Sage deiner Vertrauensperson, dass es ihn gibt und wo er liegt. Nachteil: Du musst den Inhalt aktuell halten.

3. Notfallordner als Wegweiser

Ein Notfallordner listet nicht die Passwörter selbst, sondern welche Konten und Dienste es gibt und wo der Zugang geregelt ist. Er ist der ungefährlichste Einstieg und lässt sich gefahrlos zu Hause aufbewahren.

Diese Risiken solltest du vermeiden

Der sicherere Umweg: „dass & wo", nie das Passwort

Bei Angel Reminder hinterlegst du bewusst nicht deine Passwörter, sondern nur, dass ein Zugang existiert und wo er geregelt ist – etwa „Mein Passwortmanager ist XY, den Notfallzugang hat meine Schwester" oder „Der versiegelte Brief liegt im Bankschließfach". Das hat einen klaren Sicherheitsvorteil: Selbst wenn dein Hinweis in falsche Hände gerät, ist damit allein kein Konto offen. Den eigentlichen Zugang regeln deine Hinterbliebenen später rechtssicher über die Anbieter. So vermeidest du, dass aktuelle Passwörter monatelang ungeschützt herumliegen.

Häufige Fragen

Wie kann ich meine Passwörter für meine Familie hinterlassen?

Am sichersten über einen Passwortmanager mit Notfallzugang, der deiner Vertrauensperson nach einer Wartefrist Zugriff gewährt. Alternativ legst du die Zugangsdaten in einen versiegelten Brief in einen Tresor oder ein Bankschließfach. Schicke Passwörter nie unverschlüsselt per E-Mail oder Chat. Oft genügt es, nur zu hinterlegen, wo der Zugang geregelt ist – nicht das Passwort selbst.

Darf ich meine Passwörter einfach aufschreiben?

Ja, aber nur an einem sicheren Ort wie einem Tresor oder Bankschließfach – niemals offen am Schreibtisch, in einer ungeschützten Datei oder per Nachricht. Aufgeschriebene Passwörter veralten zudem schnell. Besser ist ein Passwortmanager mit Notfallzugang, weil dort die Daten verschlüsselt liegen und automatisch aktuell bleiben.

Gehören Passwörter ins Testament?

Nein. Ein Testament wird oft erst Wochen nach dem Tod eröffnet und ist nach Verkündung für mehrere Personen einsehbar – das ist für laufend wechselnde Passwörter ungeeignet. Verweise im Testament höchstens darauf, wo die Zugänge geregelt sind, und bewahre die Passwörter selbst getrennt und geschützt auf.

Was ist sicherer: das Passwort weitergeben oder nur den Hinweis darauf?

Meist reicht der Hinweis, wo und wie der Zugang geregelt ist – etwa der Name deines Passwortmanagers oder der Ort des versiegelten Briefs. Dieses Prinzip „dass und wo, nie das Passwort" senkt das Risiko: Selbst wenn der Hinweis in falsche Hände gerät, ist damit allein kein Konto offen. Den eigentlichen Zugang regeln Hinterbliebene später.

Weiterführend: Vorsorge-Leitfaden · Digitaler Nachlass

Hinweis: Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Für verbindliche Regelungen zu Nachlass und Vollmachten wende dich an eine Anwältin/einen Anwalt oder eine Notarin/einen Notar.

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