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Erbschaftssteuer in der Schweiz und Deutschland im Vergleich
Die Erbschaftssteuer ist eine Abgabe auf das Vermögen, das beim Tod einer Person an die Erben übergeht – in der Schweiz ist sie kantonal geregelt, in Deutschland gilt eine bundeseinheitliche Erbschaftssteuer mit Freibeträgen je nach Verwandtschaftsgrad.
Kurz gesagt: Schweiz und Deutschland besteuern Erbschaften grundlegend unterschiedlich.
- Schweiz: kantonal geregelt, der Bund erhebt keine Erbschaftssteuer.
- Schweiz: Ehegatten und meist auch direkte Nachkommen häufig befreit.
- Deutschland: bundeseinheitlich, mit Freibeträgen je Verwandtschaftsgrad.
- In beiden Ländern gilt: je näher verwandt, desto günstiger.
Schweiz: kantonal geregelt
In der Schweiz gibt es keine eidgenössische Erbschaftssteuer – sie ist Sache der Kantone (teils sogar der Gemeinden). Dadurch unterscheiden sich Regeln und Sätze von Kanton zu Kanton. Eine Konstante zieht sich aber durch fast alle Kantone: Der Verwandtschaftsgrad entscheidet über die Belastung. Ehegatten und eingetragene Partner sind in aller Regel komplett befreit, und in den meisten Kantonen gilt das auch für direkte Nachkommen (Kinder, Enkel). Je weiter entfernt der Verwandtschaftsgrad – etwa Geschwister, entfernte Verwandte oder nicht verwandte Personen – desto eher und desto höher fällt eine Steuer an. Massgeblich ist meist der letzte Wohnsitz der verstorbenen Person.
Deutschland: bundeseinheitlich mit Freibeträgen
Deutschland kennt eine bundesweit einheitliche Erbschaftssteuer. Jeder Erbe hat einen persönlichen Freibetrag, dessen Höhe vom Verwandtschaftsgrad abhängt. Nahe Angehörige wie Ehegatten und Kinder erhalten deutlich höhere Freibeträge als entfernte Verwandte oder familienfremde Personen. Besteuert wird nur der Teil des Erbes, der den Freibetrag übersteigt – und zwar nach Steuerklassen und gestaffelten Tarifen, die mit dem ererbten Betrag und der Entfernung des Verwandtschaftsgrads steigen. Kleinere und mittlere Erbschaften unter nahen Angehörigen bleiben dadurch in vielen Fällen steuerfrei.
Der Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Schweiz | Deutschland |
|---|---|---|
| Zuständigkeit | Kantonal geregelt (kein Bund) | Bundeseinheitlich |
| Ehegatten / Partner | In der Regel ganz befreit | Hoher Freibetrag, keine volle Befreiung |
| Direkte Nachkommen | Meist befreit (kantonsabhängig) | Hoher Freibetrag je Kind |
| Entfernte / nicht Verwandte | Steuer, oft höhere Sätze | Niedriger Freibetrag, höhere Tarifstufe |
| Grundprinzip | Je näher verwandt, desto günstiger | Je näher verwandt, desto günstiger |
Die Tabelle bleibt bewusst auf der Konzept-Ebene: Konkrete Freibeträge, Sätze und Kantonsregeln ändern sich und sollten vor jeder Entscheidung aktuell geprüft werden.
Grenzüberschreitende Erbfälle CH/DE
Wer Vermögen in beiden Ländern hat oder über die Grenze hinweg erbt, sollte besonders aufmerksam sein: Hier können sowohl der Wohnsitz der verstorbenen Person als auch der des Erben und die Lage von Vermögen (etwa Immobilien) eine Rolle spielen. Eine mögliche Doppelbesteuerung wird über Abkommen zwischen den Staaten geregelt. Solche Konstellationen sind komplex – eine frühzeitige Beratung lohnt sich. Wie das Erbrecht selbst aufgebaut ist, liest du in unseren Ratgebern zum Erbrecht in der Schweiz und zum Erbrecht in Deutschland.
Was du selbst vorbereiten kannst
Steuerfragen klärst du am besten mit einer Fachperson – doch vieles lässt sich vorab ordnen. Wenn deine Erben wissen, wo Konten, Versicherungen, Immobilienunterlagen und ein eventuelles Testament liegen, sparst du ihnen im Ernstfall Suche, Stress und mitunter Geld. Ein klarer Überblick erleichtert auch die spätere steuerliche Abwicklung. Einen Einstieg dazu bietet unser Vorsorge-Leitfaden.
Häufige Fragen
Wer zahlt in der Schweiz Erbschaftssteuer?
In der Schweiz ist die Erbschaftssteuer kantonal geregelt, der Bund erhebt keine. Ob und wie viel anfällt, hängt vom Wohnsitzkanton der verstorbenen Person und vom Verwandtschaftsgrad ab. Ehegatten sowie in den meisten Kantonen auch direkte Nachkommen sind häufig ganz von der Steuer befreit. Je entfernter der Verwandtschaftsgrad, desto höher fällt die Belastung in der Regel aus.
Wie funktioniert die Erbschaftssteuer in Deutschland?
Deutschland erhebt eine bundeseinheitliche Erbschaftssteuer. Jeder Erbe hat einen persönlichen Freibetrag, dessen Höhe vom Verwandtschaftsgrad abhängt: Nahe Angehörige wie Ehegatten und Kinder haben deutlich höhere Freibeträge als entfernte Verwandte oder nicht verwandte Personen. Nur der Teil des Erbes oberhalb des Freibetrags wird besteuert, nach Steuerklassen und Tarifstufen.
Sind Ehegatten und Kinder von der Erbschaftssteuer befreit?
In der Schweiz sind Ehegatten praktisch überall und direkte Nachkommen in den meisten Kantonen befreit. In Deutschland gibt es keine vollständige Befreiung, aber Ehegatten und Kinder profitieren von den höchsten Freibeträgen, sodass kleinere und mittlere Erbschaften oft steuerfrei bleiben. Die konkreten Beträge legt das Steuerrecht fest und kann sich ändern.
Was zählt für die Erbschaftssteuer – Wohnsitz oder Lage des Vermögens?
Massgeblich ist meist der Wohnsitz der verstorbenen Person, teils auch der des Erben oder die Lage von Vermögen wie Immobilien. Bei grenzüberschreitenden Erbfällen zwischen der Schweiz und Deutschland können beide Länder Ansprüche erheben; Doppelbesteuerung wird über Abkommen geregelt. Solche Fälle sind komplex – ziehe eine Fachperson hinzu.
Weiterführend: Erbrecht Schweiz · Erbrecht Deutschland · Vorsorge-Leitfaden
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