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Digitalen Nachlass abwickeln: Schritt für Schritt nach dem Tod eines Angehörigen
Den digitalen Nachlass abwickeln heißt, nach dem Tod eines Angehörigen dessen Geräte, Online-Konten, Abos und digitalen Daten geordnet zu sichten, zu sichern und zu schließen. In der Praxis geht das am besten in einer festen Reihenfolge – vom E-Mail-Postfach als zentralem Schlüssel bis zum Sichern von Fotos und Dokumenten, bevor Konten endgültig gelöscht werden.
Kurz gesagt: Geh in dieser Reihenfolge vor – so übersiehst du nichts und vermeidest weiterlaufende Kosten.
- Geräte & Konten sichten – Überblick verschaffen, idealerweise mit hinterlegter Übersicht.
- E-Mail-Postfach zuerst – es öffnet fast alle anderen Dienste.
- Konten schließen oder in den Gedenkzustand setzen (Sterbeurkunde + Erbnachweis).
- Abos kündigen – sonst laufen Abbuchungen monatelang weiter.
- Daten sichern – Fotos und Dokumente exportieren, bevor gelöscht wird.
Schritt 1: Geräte und Konten sichten
Verschaffe dir zuerst einen Überblick: Welche Geräte gab es – Smartphone, Laptop, Tablet – und welche Online-Dienste wurden genutzt? Am leichtesten ist es, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten ein digitales Inventar oder einen Notfallordner angelegt hat. Fehlt eine Übersicht, helfen das E-Mail-Postfach, ein Browser-Passwortmanager und die Kontoauszüge weiter, um Konten und Abos aufzuspüren.
Schritt 2: Das E-Mail-Postfach ist der Schlüssel
Das E-Mail-Konto ist der wichtigste Zugang. Über die Adresse lassen sich Passwörter fast aller verknüpften Dienste zurücksetzen, und in den Mails findest du Hinweise auf Banken, Shops, Versicherungen und Abos. Sichte das Postfach deshalb gründlich, bevor du es schließt, und sichere wichtige Korrespondenz. Behandle den Zugang vertraulich – ein einziges Postfach reicht, um eine ganze digitale Identität zu öffnen.
Schritt 3: Online-Konten schließen oder in den Gedenkzustand setzen
Kontaktiere die einzelnen Anbieter und weise Tod und Erbenstellung nach – meist mit Sterbeurkunde und Erbschein. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram bieten oft einen Gedenkzustand: Das Profil bleibt als Erinnerung sichtbar, ist aber gegen Missbrauch geschützt. Wie du dabei vorgehst, beschreibt der Ratgeber zu Social-Media-Konten. Andere Konten lassen sich sperren oder löschen.
Schritt 4: Abos und Verträge kündigen
Nach einem Todesfall laufen Abbuchungen oft monatelang weiter, weil niemand von ihnen weiß. Geh die Kontoauszüge durch und kündige laufende Abos und Verträge – Streaming, Software, Cloud-Speicher, Mitgliedschaften. Das spart bares Geld und schließt offene Verpflichtungen. Manche Anbieter brauchen auch hier einen Todesnachweis.
Schritt 5: Wichtige Daten sichern
Bevor Konten endgültig gelöscht werden, sichere alles, was bewahrt werden soll: Fotos, Videos, Dokumente, wichtige Mails. Viele Dienste bieten eine Export- oder Download-Funktion. Einmal gelöschte Konten lassen sich in der Regel nicht wiederherstellen – diese Reihenfolge (erst sichern, dann schließen) ist deshalb entscheidend.
Häufige Fragen
Wie wickle ich den digitalen Nachlass eines Verstorbenen ab?
Geh in einer sinnvollen Reihenfolge vor: Sichte zuerst Geräte und Konten, nutze das E-Mail-Postfach als Schlüssel zu weiteren Diensten, schließe Online-Konten oder setze sie in den Gedenkzustand, kündige laufende Abos und sichere wichtige Daten wie Fotos und Dokumente, bevor du Konten endgültig löschst. Eine vom Verstorbenen hinterlegte Übersicht erleichtert jeden dieser Schritte erheblich.
Welche Unterlagen brauche ich, um Konten zu schließen?
Die meisten Anbieter verlangen eine Sterbeurkunde und einen Nachweis der Erbenstellung, etwa einen Erbschein oder ein notarielles Testament. Manche akzeptieren auch eine Vollmacht über den Tod hinaus. Halte mehrere beglaubigte Kopien bereit, weil oft mehrere Stellen parallel einen Nachweis verlangen und Originale nicht aus der Hand gegeben werden sollten.
Was ist ein Gedenkzustand bei Social-Media-Konten?
Manche Plattformen wie Facebook oder Instagram können ein Profil in einen Gedenkzustand versetzen. Das Konto bleibt sichtbar, wird aber als Erinnerung markiert und kann sich nicht mehr anmelden. So bleibt der Account vor Missbrauch geschützt, während Freunde und Familie weiter Erinnerungen teilen können. Alternativ lässt sich das Profil auf Antrag löschen.
Wie finde ich heraus, welche Online-Konten ein Verstorbener hatte?
Am einfachsten ist es, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten eine Übersicht hinterlegt hat. Sonst hilft das E-Mail-Postfach: Anmelde- und Rechnungs-Mails zeigen, welche Dienste genutzt wurden. Auch Kontoauszüge offenbaren regelmäßige Abbuchungen und damit Abos. Ein Browser-Passwortmanager kann ebenfalls Hinweise auf gespeicherte Zugänge geben.
Weiterführend: Digitaler Nachlass · E-Mail-Konto nach dem Tod · Social-Media-Konten regeln · Abos kündigen
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