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Krypto-Assets vererben: Bitcoin & Co. rechtssicher weitergeben
Krypto vererben bedeutet, den Zugang zu deinen Bitcoin, Ether und anderen Coins so vorzubereiten, dass deine Erben sie im Ernstfall erreichen – denn ohne Seed-Phrase oder Wallet-Passwort ist Krypto unwiederbringlich verloren. Anders als bei einem Bankkonto kann hier niemand den Zugang zurücksetzen, weshalb die Vorbereitung über einen sicheren, versiegelten Notfallzugang läuft.
Kurz gesagt: So stellst du sicher, dass deine Krypto-Assets nicht mit dir verloren gehen.
- Ohne Seed-Phrase oder Zugang ist Krypto endgültig weg – niemand kann es wiederherstellen.
- Hinterlege Seed/Zugang versiegelt in Tresor oder Schließfach, nie im Klartext.
- Notiere, welche Wallets du hast (Hardware, Exchange, Software) und wo der Zugang liegt.
- Folge dem Prinzip „dass & wo, nie das Passwort": Erben sollen den Weg kennen, nicht den Schlüssel offen herumliegen sehen.
Warum Krypto ohne Vorbereitung verloren geht
Bei selbstverwahrten Krypto-Assets gibt es keine zentrale Stelle, die im Todesfall hilft. Wer die Seed-Phrase (die 12 oder 24 Wörter zur Wiederherstellung) oder das Wallet-Passwort nicht kennt, kommt nicht an die Coins – egal ob Erbe, Anwalt oder Anbieter. Schätzungen zufolge sind so bereits riesige Summen für immer eingefroren. Vorsorge heißt darum: den Zugang auffindbar machen, ohne ihn zu gefährden.
Wallet-Typen – und wie der Zugang funktioniert
Wie du vererbst, hängt davon ab, wo deine Coins liegen. Drei Grundtypen:
| Wallet-Typ | Wo der Zugang liegt | Was Erben brauchen |
|---|---|---|
| Hardware-Wallet | Physisches Gerät + Seed-Phrase | Gerät, PIN und vor allem die Seed-Phrase |
| Exchange / Börse | Online-Konto beim Anbieter | Login-Zugang; Anbieter verlangt oft Nachlassnachweis |
| Software-Wallet | App auf Handy oder PC + Seed-Phrase | Geräte-Zugang und/oder die Seed-Phrase |
Bei einer Exchange existiert immerhin ein Anbieter, der nach einem Erbnachweis Zugang gewähren kann. Bei Hardware- und Software-Wallets liegt alles in deiner Hand: Ohne Seed-Phrase ist nichts zu machen.
So gibst du den Zugang sicher weiter
Die Kunst ist, die Seed-Phrase auffindbar zu machen, ohne sie ungeschützt herumliegen zu lassen. Bewährt haben sich:
- Versiegelter Brief mit Seed-Phrase in Tresor oder Bankschließfach – getrennt vom Hardware-Gerät aufbewahrt.
- Notfallzugang über eine Vertrauensperson, die im Ernstfall an den versiegelten Ort gelangt.
- Geteilte Aufbewahrung: Gerät an einem Ort, Seed an einem anderen – so öffnet ein einzelner Fund nichts.
- Niemals Seed oder Passwort per E-Mail, Chat, Foto in der Cloud oder offen in einer Datei.
Das Prinzip: „dass & wo", nie das Passwort
Bei Angel Reminder hinterlegst du bewusst nicht deine Seed-Phrase, sondern nur, dass Krypto-Vermögen existiert und wo der Zugang geregelt ist – etwa „Hardware-Wallet im Tresor, Seed im versiegelten Brief beim Notar" oder „Konto bei Börse XY". Selbst wenn dieser Hinweis in falsche Hände gerät, ist damit allein kein Wallet offen. Den eigentlichen Zugang regeln deine Hinterbliebenen später über den versiegelten Ort. Dasselbe Vorgehen empfehlen wir auch beim Thema Passwörter vererben.
Steuern & Recht – kurz eingeordnet
Krypto-Assets zählen zum Nachlass und gehen rechtlich auf die Erben über; in der Regel fallen sie unter die Erbschaftssteuer wie anderes Vermögen. Wie viel anfällt, hängt von Wohnsitzland, Verwandtschaftsgrad und Freibeträgen ab – Deutschland und die Schweiz regeln das unterschiedlich. Für deinen konkreten Fall lass dich steuerlich und rechtlich beraten.
Häufige Fragen
Was passiert mit Krypto, wenn niemand die Seed-Phrase kennt?
Kennt niemand die Seed-Phrase oder das Wallet-Passwort, sind die Coins endgültig verloren – niemand kann sie wiederherstellen, auch keine Behörde und kein Anbieter. Bei selbstverwahrten Wallets gibt es keine zentrale Stelle, die den Zugang zurücksetzt. Deshalb ist es entscheidend, den Zugang zu Lebzeiten so vorzubereiten, dass deine Erben ihn im Ernstfall finden.
Wie kann ich Bitcoin sicher vererben?
Hinterlege die Seed-Phrase oder den Wallet-Zugang versiegelt an einem geschützten Ort – etwa in einem Tresor oder Bankschließfach – und sorge dafür, dass deine Erben wissen, dass es ihn gibt und wo er liegt. Die Seed-Phrase selbst sollte niemals offen, per E-Mail oder in einer ungeschützten Datei herumliegen. So bleibt der Zugang im Notfall auffindbar, ohne zu Lebzeiten gefährdet zu sein.
Gehören Krypto-Zugänge ins Testament?
Die Coins gehören zum Nachlass und gehen rechtlich auf die Erben über. Die Seed-Phrase selbst gehört aber nicht ins Testament: Es wird oft erst Wochen nach dem Tod eröffnet und ist danach für mehrere Personen einsehbar. Verweise im Testament höchstens darauf, dass und wo der Zugang geregelt ist, und bewahre die Seed-Phrase getrennt und versiegelt auf.
Muss ich für vererbte Krypto-Assets Steuern zahlen?
Krypto-Vermögen zählt grundsätzlich zum erbschaftssteuerpflichtigen Nachlass, ähnlich wie anderes Vermögen. Wie viel anfällt, hängt vom Wohnsitzland, vom Verwandtschaftsgrad und von Freibeträgen ab – in Deutschland und der Schweiz gelten unterschiedliche Regeln. Lass dich für deinen konkreten Fall steuerlich beraten; dieser Ratgeber ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Weiterführend: Digitaler Nachlass · Passwörter vererben
Krypto-Zugang ordnen, ohne den Schlüssel preiszugeben
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